CD “VON DER MAAS BIS AN DIE MEMEL – LIEDER FÜR ÜBERLEBENDE“

 

Die bekannte Zeile aus der ersten Strophe des Deutschlandliedes ist Teil des Titels der neuen CD von Johan Meijer. Im Frühling 2000 erschien unter seinem damaligen Künstlernamen Jean Van Adorp seine (niederländischsprachige) CD „Stenen Man„, mit Liedern, die sich hauptsächlich auf den Zweiten Weltkrieg bezogen. Ein großer Teil der Texte entstand durch Begegnungen im Rahmen seiner Arbeit für die Stichting Holländerei (seit 1994) mit ehemaligen Zwangsarbeitern, aus Interviews und Literaturrecherchen hatte. Am bekanntesten ist wohl das Lied über Natascha, das die tragische Liebe zwischen einem westeuropäischen Zwangsarbeiter und einer Frau aus dem Osten Europas besingt. Er hat es schon oft bei Veranstaltungen, auch in Deutschland, vorgetragen. Alle Lieder sind von Diete Oudesluijs und Johan Meijer schon vor längerer Zeit ins Deutsche übertragen, sie wurden schon oft  bei Auftritten und Lesungen in Schulen vor deutschem Publikum gesungen.

 

Auf der neuen CD sind die meisten Lieder der niederländischen CD aufgenommen, mit einigen neuen Titeln. Wieso aber der doch recht provokante Titel für diese CD? Erstens lag die „Maas„ für einen gebürtigen Niederländer nahe , zumal Johan in Rotterdam studiert hat, der  Stadt seiner Eltern . Die Stadt wird vom großen Fluss „Nieuwe Maas„ in Nord und Süd geteilt. Sie wird Maasstadt, oder wegen  ihrer Skyline auch Maashattan genannt, vielleicht analog zu Mainhattan, Frankfurt am Main, wo Johan zur Schule gegangen ist. Ein Lied, das seiner Biographie am nächsten kommt, trägt den Titel „Razzia/November 1944„. Es beschreibt, wie sein eigener Vater und sein Onkel im November 1944 dem Zugriff der deutschen Besatzungsmacht während der Razzia in Rotterdam entkamen.

Das erste Lied der CD ist „Konzert in Gliwice„; dieser Ort in Polen steht wegen des fingierten Überfalls auf den Sender Gleiwitz für den Anfang des Zweiten Weltkriegs. 1983 gab Johan dort zusammen mit seinem polnischen Freund Tomek Opoka ein Konzert.

Am Ende steht die niederländische Fassung des bekannten deutsch-litauischen Volksliedes „Zogen einst fünf wilde Schwäne„, in dem das Wort Memelstrand vorkommt. Johan hat zudem Beziehungen nach Osteuropa, wo die Memel noch immer eine wichtige Grenze zwischen dem russischen Bezirk Kaliningrad (dem früheren nördlichen Teil Ostpreußens) und Litauen bildet. Er singt zudem von denjenigen, die in Nazi-Europa von Maas bis Memel und darüber hinaus unter den Nazis leiden mussten. Überlebende wie Otto Wiesner, von dem ein Gedicht vertont wird, inspirierten ihn zu vielen seiner Lieder.

In Ausrichtung und in der Auswahl der Mitwirkenden handelt es sich um ein internationales Projekt. Aufgenommen in den Niederlanden nehmen folgende Musiker daran teil:

 

Nicholas Benda (Oboe, Englischhorn)

Jeroen Goegebuer (Geige)

Mart Heijmans (Sopransax)

Jaap und Peter Oudesluijs (Chor)

Hermine Schneider (Trompete)

Loek Schrievers (akustische und elektrische Gitarren, Bass, Buzouki, Baglama, Oud)

Mark Söhngen (Akkordeon)

Heinz-Georg Surmund (Chor)

Sarah Walder (Cello)

Henk Wanders (Percussion)

Jan van Eerd (Tontechnik)

 

Nettes Detail am Rande: Zwei klassische Arrangements stammen von Nicholas Benda, Nachfahre einer ursprünglich böhmischen Musikerfamilie, aus der einer Konzertmeister am Hofe Friedrich des Grossen war.

 

Die CD erscheint im Selbstverlag,  Der Preis liegt bei 14 Euro, wobei ein Betrag von 1 Euro – wie schon beim „Stenen Man„ für die Gedenkstättenarbeit des ehemaligen Polizeilichen Durchgangslagers Amersfoort bestimmt ist.

 

 

Im Rahmen von Veranstaltungen/Gedenkfeiern, die sich auf das Thema Zwangsarbeit/Zweiter Weltkrieg beziehen  trägt die Stichting Holländerei einen Teil der Reisekosten sowie einen Teil der Gage; eventuell ist eine Begleitung von anderen Musikern möglich, wobei sich die Kosten entsprechend erhöhen. Auch sind Auftritte in Schulen möglich, eventuell kombiniert mit einem geschichtlichen Teil, der von Mitgliedern der Stichting übernommen wird.

 

 

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